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Der neueste Pressebericht zur Straße der alten Obstsorten, Elbe-Jeetzel-Zeitung vom 25.1.2006
Kein Jahr ohne eigene Äpfel aus: Elbe-Jeetzel-Zeitung vom 04.04.2005 Hans Schulz hat 17 Bäume gepflanzt ab Holtorf. Fast das ganze Jahr über frische, knackige Äpfel. Im eigenen Garten geerntet, schmecken sie natürlich doppelt gut. Hans Schulz aus Holtorf ist dabei, sich diesen Wunsch zu erfüllen. Die Grundlage dafür hat der 79-Jährige bereits geschaffen, außerhalb seines Heimatortes - in der Feldmark, wo wenig Büsche und Bäume wachsen - hat er 17 jeweils drei bis vier Jahre alte Apfelbäume gepflanzt. Die unterschiedlichsten Sorten. Selten und alt. So hofft Hans Schulz nun, schon in einigen Monaten die ersten Früchte ernten zu können. »Das geht im Juli mit den frühen Sorten los, geht über Herbstsorten und verschiedene Lagersorten, die sich durchaus bis Juni des darauffolgenden Jahres halten», sagt Elke Urbansky, Leiterin des Region-aktiv-Projektes »Bio-Streuobstwiesen». Rund 300 Euro haben die 17 Apfelbäume gekostet, mit 125 Euro hat die Stiftung Kulturland das Projekt gefördert. Doch allein mit dem Pflanzen war es natürlich nicht getan, »der Wildacker musste schon auch maschinell bearbeitet werden», erzählt Hans Schulz. Sein Enkel Martin Jürgens half ihm beim Auflockern des harten Bodens. Und noch mehr war zu bedenken: So erhielt zum Beispiel jeder gepflanzte Baum einen Drahtmantel als Wildschutz. Die Wurzelballen waren zuvor jeweils mit einem kleinmaschigen Drahtkorb geschützt worden. So sind sie vor Mäusen sicher. Das Problem mit den Mäusen hat Schulz aber auch noch anders gelöst; auf der mehrere 100 Quadratmeter großen Fläche hat er eine Sitzstange für Greifvögel aufgestellt. »Habicht und Bussard putzen die Mäuse weg», schmunzelt der Holtorfer. Seine künftige Apfelernte will Schulz nicht allein für sich und seine Frau Lotti behalten, »ein Teil soll auch verkauft werden». So werfe der ganze Spaß auch noch etwas ab. Zur Mosterei Voelkel in Pevestorf wolle er die Äpfel bringen. Und auch weil die für ihre Verkaufsware nur noch zertifizierte Bio-Obst verarbeitet, hat Hans Schulz die Bäume gepflanzt. Die nämlich haben solche Bio-Gütesiegel. Die »Coulonrenette» etwa ist im Schulzschen Apfelgarten zu finden - eine Sorte, die früher auf Märkten als Boskoop-Ersatz gehandelt wurde und deren ausgewachsene Bäume jedes Jahr etwa 750 Kilo Früchte tragen. Beispielseise auch »Gelber Richard», »Doppelter Prinz» und die vor Vitamin C nur so strotzende »Ananasrenette» wird Schulz sich bald schmecken lassen können. »Alle Apfelbäume werden schon dieses Jahr tragen», ergänzt Elke Urbansky. Der Bio-Streuobstverein freue sich über einen neuen lokalen Produzenten, betont die Projektleiterin. Und auch dass Hans Schulz zum Erhalt alter Obstbäume beitrage, sei eine gute Sache. Unter dem Strich komme dabei außerdem eine kleine, jedoch lohnende Wertschöpfung heraus. Das für die Mosterei Voelkel bestimmte Obst sei Obst der kurzen Lieferwege, das seinem Erzeuger auch noch einen kleinen Gewinn beschere. Zusätzlich, so Urbansky, werde insgesamt die Bio-Anbaufläche vergrößert - wenn auch nur in kleinen Schritten. »Die Leute sehen auch, dass es alte Sorten gibt, die ohne Spritzen und Düngen gute Erträge bringen.» Durch die Sortenvielfalt, wie nun auf der Fläche von Hans Schulz anzutreffen, sei eine hohe Betriebssicherheit gewährleistet. Eine Sor- te trage immer, »es gibt kein Jahr ohne eigene Apfelversorgung». Der Bio-Streuobstverein Elbtal ist unlängst in einen Raum der Mosterei Voelkel umgezogen. Telefonisch ist er unter (05846) 979049 zu erreichen, im Internet unter bio-streuobstverein@gmx.de. Sprechzeiten: donnerstags von 9 bis 12 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung. Bild: Die Zweige und Äste von Apfelbäumen müssen regelmäßig beschnitten werden. Von Elke Urbansky erfährt Hans Schulz, wie es richtig gemacht wird. Aufn.: A. Blütling
Ein Bericht der Elbe-Jeetzel-Zeitung, 17.1.2005 Ein länderübergreifendes Projekt Bio-Streuobstverein Elbtal plant touristische Route »Straße der alten Obstsorten» Die Deutsche Spargelstraße beispielsweise ist für Kenner ein Begriff, und auch die Deutsche Spielzeugstraße, die Deutsche Fachwerkstraße und die Straße der Romanik, um nur einige weitere Beispiele zu nennen, erfreuen sich insbesondere bei Touristen großer Beliebtheit. Schon bald soll es eine weitere attraktive Route geben: Der Bio-Streuobstverein Elbtal plant über »Region aktiv» eine »Straße der alten Obstsorten».
»Das öffentliche Interesse an den Sorten, die seit Großvaters Zeiten überdauert haben, ist groß», weiß Projektleiter Reinhard Heller. Jeweils im Herbst stattfindende Apfeltage mit Früchteausstellungen, Verkos-tungen und Angeboten zur Sortenbestimmung würden von sehr vielen Besuchern zwecks Beratung und Orientierung genutzt. Das immer noch wachsende Interesse künftig ganzjährig zu bedienen und zu fördern, sei Ziel der touristischen Route »Straße der alten Ostsorten». Länderübergreifend soll die Straße das Wendland und das Amt Neuhaus mit der brandenburgischen Prignitz und der sachsen-anhaltinischen Altmark verbinden. Vielleicht könne man das Ganze nach Norden und Süden ausweiten, ist Elke Rita Urbansky, Leiterin des »Region aktiv»-Programmes »Streuobstwiesen», zuversichtlich. Der Traum der Gartowerin: »Ein bundesweiter Routenverlauf.»
2005 könnte die »Straße der alten Obstsorten» realisiert sein. In diesem Jahr ist erst einmal Planung angesagt, und dafür hat der Bio-Streuobstverein Elbtal entsprechende Gelder erhalten. Für die Planung des länderübergreifenden Projektes gibt es von der EU im Rahmen von Leader plus eine hundertprozentige Förderung: 14720 Euro.
Das Thema Streuobst biete sich zur Stärkung strukturschwacher Regionen geradezu an, betont Reinhard Heller. Die »Straße der alten Obstsorten», soll verschiedene Streuobst-Ini-tiativen miteinander verknüpfen und gegenseitig befruchten. Traditionelle Wege würden wieder belebt und für den Tourismus attraktiv gemacht. Obstwiesen-Lehrpfade und Schauwiesen sollen entstehen, die der Umweltbildung und Förderung von Traditionsbewusstsein sowie regionaler Identität dienen. Sehr gut geeignet sei das geplante Objekt für Erlebnisurlaub und kulinarische Entdeckungsreisen, ist Heller überzeugt.
Nach Jahrzehnten der Vernachlässigung und bewussten Zerstörung der Streuobstbestände sei seit einiger Zeit eine Rückbesinnung zu beobachten, freut sich Reinhard Heller. Dass die alten Sorten noch typische Aroma- und Geschmackseigenschaften besitzen, spiele für den Verbraucher heute ebenso eine Rolle, wie die Forderung nach ungespritztem Obst und unverfälschten aus Obst hergestellten Nahrungsmitteln. Mehr und mehr überzeugt sei man zudem von der nützlichen und schützenswerten Vielfalt an Pflanzen und Tieren in Streuobstbeständen, die zum Teil nur noch in diesem speziellen Lebensraum existieren könnten.
Bis zum Ende des Jahres werde die Route geplant, berichtet Elke Rita Urbansky; es werde eine Bestandserfassung und Kartierung erfolgen. Auch gehe es um Eigentumsverhältnisse, man werde deshalb Ämter, Gemeinden und Privatbesitzer kontaktieren. Und unter anderem werde man sich um Verknüpfungspunkte im Streckenverlauf kümmern, um Schautafeln, Schauwiesen, Restaurationsbetriebe und Hofläden etwa. Im Anschluss an die Planung soll die Erlebnisroute mit Leben erfüllt werden
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